16.09.2017 / komba gewerkschaft nrw

komba Reportage: Ohne Engagement geht es nicht

1947 entschied sich der damals 18-jährige Willi Rautenstrauch, Lehrling bei der Kreisverwaltung Bielefeld, für einen Eintritt in die komba gewerkschaft. 70 Jahre und etliche berufliche Stationen später ist er der komba noch immer treu geblieben.

© komba ortsverband bielefeld
© komba ortsverband bielefeld

Juli 2017, ein Saal mitten in Bielefeld: komba Mitglieder haben sich versammelt, ein reger Gesprächsaustausch, hier und da ein Lachen, Erinnerungen liegen in der Luft. Mittendrin ist Willi Rautenstrauch, Ehrenvorsitzender des Ortsverbandes Bielefeld. Es ist sein Tag, denn er wird für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Dazu ist er eigens aus Glienicke (Brandenburg) angereist, wo er seit 1993 lebt. Er freut sich, frühere Kollegen und bekannte Gesichter wiederzusehen. In all den Jahrzehnten hat sich eine Vielzahl an Geschichten angesammelt und Willi Rautenstrauch denkt gerne zurück: „Zu Beginn meiner Laufbahn 1947 war ich kurz ÖTV-Mitglied. Zu dieser Zeit gab es bei uns in Bielefeld nur wenige komba Mitglieder. Ich wechselte allerdings ziemlich schnell. Das wurde zwar damals nicht gerne gesehen, aber als angehender Beamter habe ich mich bei der komba einfach besser vertreten gefühlt. Da konnte mich, trotz zahlreicher Versuche, niemand umstimmen.“

Engagiert in Gewerkschaft und Beruf

Als er 1959 Leiter des Rechnungsprüfungsamtes Brackwede wurde, traf er auf eine komplett ÖTV-organisierte Verwaltung. „Von 1959 bis 1972 habe ich mich immer wieder für den Aufbau der komba vor Ort eingesetzt und in Brackwede die Aufgaben eines Vertrauensmannes zum Vorstand des Ortsverbandes Bielefeld übernommen“, erinnert sich Willi Rautenstrauch. Nach und nach fanden sich Interessierte, die ihn auf eine komba Mitgliedschaft ansprachen und die Mitgliederzahl wuchs. 

1972 zog es ihn, durch die Gebietsreform und der damit verbundenen Zusammenlegung von Brackwede mit der Stadt Bielefeld, zurück nach Bielefeld zur Kämmerei und ins Rechnungsprüfungsamt. Von 1981 bis 1993 – seiner Pensionierung – war er ehrenamtlicher Vorsitzender des Ortsverbandes und des DBB-Kreisverbandes. Darüber hinaus war er lange Jahre Rechnungsprüfer, Landesvorstandsmitglied der komba gewerkschaft nrw und des DBB NRW sowie im Bundesvorstand von komba und dbb. „Ich habe mich gerne engagiert, obwohl die Tätigkeiten hauptsächlich neben der Dienstzeit und an den Wochenenden erledigt wurden“, sagt der Stadtoberverwaltungsrat a. D., dem es Freude bereitet, sich mit und für andere einzusetzen. Die Technik war zu dieser Zeit nicht so weit fortgeschritten, dass Informationen mal eben per Mail weitergeleitet werden konnten. Der Postweg war das Mittel zur Verbreitung von Informationen und zur Kontaktaufnahme mit den Mitgliedern. „Mein Engagement habe ich vor allem für unsere Organisation und unsere Mitglieder getan. In guter Erinnerung geblieben ist mir die jeweilige Anerkennung“, erzählt er.
1993 führte sein Weg nach Glienicke, wo Willi Rautenstrauch zuerst im Rahmen einer Abordnung als Finanzfachmann fungierte und dann bis Anfang 2000 als Kämmerer in der Verwaltung saß. Ehrenamtlich engagiert er sich dort seit 2000 unter anderem als Schiedsmann. 

© privat
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Gewerkschaft im Wandel

Trotz seines Abschieds aus NRW ist er dem Ortsverband und der komba weiterhin eng verbunden, das wird am Tag seiner Ehrung in Bielefeld deutlich. „Ich komme sehr gerne zu komba Veranstaltungen. Wichtig ist mir, alte Kollegen wiederzutreffen“, erzählt er. Er tauscht sich dabei immer wieder über die Veränderungen der Gewerkschaftsarbeit aus: „Die Gewerkschaft hat sich sehr gewandelt. Ich kenne ja noch die Zeit, als in den Jahren nach 1945 hauptsächlich ältere Gewerkschaftsmitglieder führend tätig waren. Sie setzten größtenteils die Gewerkschaftsarbeit aus den Jahren vor 1933 fort.“ Aus seiner Sicht geblieben ist, dass die Gewerkschaften Menschen helfen. „Einzelne Arbeitnehmer könnten die Erfolge für ihre Löhne nicht erzielen. Von den Gehaltserhöhungen für die Beamten profitieren auch die Pensionäre“, fügt er hinzu. Die Gemeinschaft und das Netzwerk sind für ihn wichtige Gründe, der Gewerkschaft nach dem aktiven Berufsleben nicht den Rücken zu kehren. 

Wenn er nicht gerade einem seiner Ehrenämter nachgeht, verbringt er seine Zeit mit seiner Familie. Dazu zählen neben seiner Frau vier Töchter, neun Enkel und vier Urenkel.

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