15.08.2017 / komba gewerkschaft nrw

komba Reportage: Eine Ansprechpartnerin für Frauen UND Männer

Susanne Winkelhoch (© komba gewerkschaft nrw)
Susanne Winkelhoch (© komba gewerkschaft nrw)

Die Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten.

„Bei meiner Arbeit geht es nicht nur um die Belange der Frauen. Es gibt generell Dinge, die veränderungswürdig sind beispielsweise im Bereich der beruflichen Entwicklung. Ich setze mich für beide Gruppen gleichermaßen ein“, macht Susanne Winkelhoch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Leichlingen, deutlich. 

Die gelernte Bankkauffrau kam Anfang 2010 als Quereinsteigerin in den öffentlichen Dienst. Ihr Hauptarbeitsgebiet ist bis heute das Gebäudemanagement. Schnell engagierte sie sich gewerkschaftlich und stieg in die Personalratsarbeit ein. Nach vier Jahren im Personalrat übernahm sie im Juli 2016 das Amt der Gleichstellungsbeauftragten und betrat Neuland. „Die Aufgaben klangen reizvoll und viele Themen waren mir durch die PR-Arbeit bereits vertraut. Außerdem kam ich zu einer Zeit, als das Landesgleichstellungsgesetz modifiziert wurde. Das erleichterte mir den Einstieg“, beschreibt sie ihre Anfänge. In ihrer aktuellen Position ist Susanne Winkelhoch fest in die Verwaltung und deren Abläufe integriert.

Weg vom Exotenstatus

Seitdem hat sie alle Hände voll zu tun. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren vordergründig einiges in Sachen Gleichstellung getan hat, Raum für mehr ist definitiv da. „Die Gleichstellung ist in den Augen vieler immer noch ein Exot. Ich würde mir wünschen, und daran arbeite ich aktiv mit, dass die Funktion und die Aufgaben generell als selbstverständlich gesehen und nicht belächelt werden“, sagt sie. In ihrer eigenen Dienststelle ist Susanne Winkelhoch bereits auf einem guten Weg. Neben der Teilnahme an Vorstellungsgesprächen ist sie in viele Planungsprozesse eingebunden. Sie ist involviert, wenn es um die personelle Entwicklung der Stadtverwaltung geht. Derzeit wird in Leichlingen viel über die Stellenbesetzung/-nachbesetzung und den Fachkräftemangel diskutiert. „Gemeinsam mit dem Dienstherrn und dem Personalrat besprechen wir wichtige Aspekte. Die Einbindung klappt gut“, erzählt sie. „Potenzial nach oben ist natürlich immer da“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Zehn Stunden ihrer Vollzeittätigkeit entfallen auf die Gleichstellung. In manchen Kommunen ist es weniger. Aber Fakt ist, dass sich das Amt nicht mal eben nebenbei erledigen lässt. Die Gleichstellungsbeauftragte ist nicht nur Ansprechpartnerin für die Verwaltungsspitze sowie für ihre Kolleginnen und Kollegen, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Häufig sind es dann Frauen, die zu ihr kommen und aufgrund von Trennungsproblemen oder häuslicher Gewalt Rat suchen. Hier hat sie ein offenes Ohr und vermittelt Unterstützung. Keine einfache Thematik, die einen auch nach Feierabend noch manchmal umtreibt. „Mittlerweilehabe ich gelernt, Dinge nicht zu nah an mich heranzulassen, aber natürlich mache ich mir Gedanken. Umso mehr freue ich mich, wenn ich wieder von den Ratsuchenden höre und sich alles gut für sie entwickelt hat“, erzählt sie.

Unterstützung für ihre Ideen

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit setzt Susanne Winkelhoch genau da, wo sie gebraucht wird. Sie kann zupacken und weiß, wie sie ihre Pläne angeht. Viele Ideen schwirren ihr noch im Kopf. Dazu gehören bereits regelmäßige Veranstaltungen speziell für die Kolleginnen zur Altersvorsorge und Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch für die männlichen Kollegen – erstmalig wurde 2017 ein Kollegentreff zum Thema „Gesundheitsvorsorge für Männer“ veranstaltet. Sowieso ist ihr das Thema Gesundheitsprävention ein großes Bedürfnis. „Investitionen in die Prävention sind sehr wichtig, sonst läuft man den Krankenständen hinterher“, sagt Susanne Winkelhoch. Ein weiteres Anliegen ist die Besetzung einer Stellvertreterin. „Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten soll ja nicht aussetzen, wenn ich mal nicht da bin“, erklärt sie. Derzeit läuft die Suche nach Interessentinnen. Eigenschaften, die von Vorteil für dieses Amt sind: diplomatisches Geschick, die Bereitschaft über den Horizont hinauszublicken, Argumentationsstärke sowie Konfrontations- und Konfliktfähigkeit.

Kontakt / Geschäftsstelle

komba remscheid
Vorsitzender: Josef Köster
c/o Stadt Remscheid
Auf dem Knapp 23
42855 Remscheid

Tel.: +49 (0) 21 91 / 16-23 74
Fax.: +49 (0) 21 91 / 16-1 23 74
Mail: vorstand(at)komba-remscheid.de
Web : www.komba-remscheid.de

Kontakt Jugend

komba jugend remscheid
Joana Woodage
c/o Stadt Remscheid
Hindenburgstraße 52-58
42855 Remscheid

Tel.: +49 (0) 21 91 / 16-36 69
Fax.: +49 (0) 21 91 / 16-1 36 69
Mail: jugend(at)komba-remscheid.de
Web : jugend.komba-remscheid.de